Warum echte Begeisterung Menschen verbindet, Atmosphäre schafft und im Berufsalltag viel zu selten geworden ist.
Begeisterung ist eine unterschätzte Umgangsform
Lesezeit: 4 Minuten | von Gabriela Meyer | 15.8.2026
Begeisterung ist eine unterschätzte Umgangsform
„Wann haben Sie zuletzt jemanden erlebt, der wirklich begeistert war? Mir fällt auf, wie selten solche Menschen inzwischen geworden sind. Gerade deshalb bleiben sie uns im Gedächtnis.
Ich meine nicht dieses aufgesetzte „Super, toll, großartig!“, das man manchmal in Verkaufstrainings hört oder auf LinkedIn liest.
Ich meine echte, herzliche Begeisterung. Diese kleine Energie, die man in den Augen des Gegenübers sieht und die entsteht, wenn jemand spürbar gern tut, was er tut.
Der Verkäufer, der nicht nur Ware verkauft, sondern sich ehrlich freut, wenn ein Kleidungsstück perfekt sitzt.
Eine Hotelmitarbeiterin, der nicht einfach nur nüchtern die Frühstückszeiten nennt, sondern uns Lust darauf macht, den Tag mit einem frisch gebrühten Espresso im Restaurant zu beginnen.
Der Zugbegleiter, der trotz jahrelanger Erfahrung mit Verspätung nicht innerlich gekündigt hat, sondern noch sieht, dass vor ihr Menschen stehen.
Solche Begegnungen merken wir uns.
Nicht, weil alles perfekt war. Sondern weil wir spüren: Da ist jemand wirklich da und anwesend. Da ist jemand innerlich beteiligt und mit dem Herzen dabei. Da macht jemand seinen Beruf mit Anfängergeist und einer inneren Zustimmung.
Begeisterung lässt sich kaum imitieren. Man hört sie in der Stimme. Man spürt sie in der Art, wie jemand zuhört, erklärt oder erzählt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum diese Energie heute so besonders wirkt.
Warum begegnet uns Begeisterung so selten?
Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir uns daran gewöhnt haben, möglichst unbeeindruckt zu wirken. Nicht zu emotional. Nicht zu interessiert. Und bloss nicht zu begeistert. Als wäre Begeisterung etwas Naives, das man sich besser nicht anmerken lässt.
Cool zu sein scheint mehr Schutz zu bieten und weniger Energie zu kosten, als offen zu zeigen, dass man sich über etwas freut.
Vielerorts besteht ein Mangel an Begeisterung
Dabei ist oft das Gegenteil der Fall. Menschen, die sich ehrlich begeistern können, wirken lebendig. Sie bringen Wärme in eine Situation, Interesse in ein Gespräch und Energie in einen Raum.
Genau das macht Begegnungen menschlich.
Begeisterung ist Wertschätzung!
Vielleicht hat Begeisterung deshalb auch etwas mit guten Umgangsformen zu tun. Denn wer sich für sein Gegenüber, für seine Arbeit oder für eine gemeinsame Idee engagiert, sendet eine wichtige Botschaft:
„Das hier ist mir nicht egal!
Ich möchte, dass diese Begegnung gelingt.“
Diese besondere Haltung spürt jeder. Sie macht Gespräche interessanter, Service persönlicher und das Miteinander angenehmer.
Vielleicht brauchen wir wieder etwas mehr davon
Wenn ich an Menschen denke, die mich beeindruckt haben, dann waren es selten die Coolen oder Lautesten. Es waren diejenigen, die mit leuchtenden Augen von ihrem Beruf, ihrem Projekt oder einer Idee erzählt haben.
Menschen, die neugierig geblieben sind. Die echte Freude an ihrer Arbeit haben. Die sich für andere interessieren.
Vielleicht ist Begeisterung deshalb eine der schönsten Eigenschaften, die wir einem Menschen schenken können.
Wir sollten sie uns bewahren und nicht für etwas Nebensächliches halten. Denn sie ist oft genau das, was aus einer gewöhnlichen Begegnung eine besondere macht.
Begeisterung ist das Gegenteil von Gleichgültigkeit.
Sie kostet nichts. Sie lässt sich nicht künstlich erzeugen. Aber überall dort, wo sie auftaucht, verändert sie die Atmosphäre.
Und vielleicht ist genau das in unserer heutigen Zeit ihre größte Stärke.
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Weiterführend
Begeisterung lässt sich nicht verordnen. Aber Unternehmen können eine Kultur schaffen, in der Menschen wieder mit Interesse, Zugewandtheit und innerer Beteiligung arbeiten. Genau darum geht es auch in meinen Seminaren zu Kommunikation, persönlicher Wirkung und modernen Umgangsformen.
Wenn Sie dieses Thema für Ihr Unternehmen, Ihr Team oder Ihre Veranstaltung aufgreifen möchten, finden Sie hier weitere Informationen zu meinen Seminaren und Inhouse-Trainings.
Passend dazu empfehle ich Ihnen auch den Beitrag: Freundlichkeit ist kein Soft Skill – sondern eine berufliche Kompetenz. Denn oft sind es Haltung, Tonfall und echtes Interesse, die aus einem professionellen Kontakt eine besondere Begegnung machen.
Wann haben Sie zuletzt einen Menschen erlebt, dessen Begeisterung Sie angesteckt hat?

